• Lesedauer:5 min Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Schonvermögen zur Altersvorsorge


Schonvermögen zur Altersvorsorge als Vermögensziel

Wieso du dir ein oder mehrere konkrete Ziele für deinen Vermögensaufbau setzen solltest, kannst du im Beitrag Wie lege ich Vermögensziele sinnvoll fest? nachlesen.

In diesem Beitrag beschreibe ich als erste Vermögenszielgröße (Benchmark) das sogenannte Schonvermögen zur Altersvorsorge.

Was ist das Schonvermögen zur Altersvorsorge?

In der deutschen Rechtsprechung wird als sogenanntes Schonvermögen dasjenige Vermögen angesehen, welches einem Unterhaltspflichtigen, der beispielsweise für Heimunterbringung für Angehörige aufkommen muss, auf jeden Fall verbleiben soll und nicht angetastet werden braucht.

Laut einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs können bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten fünf Prozent des aktuellen Bruttoeinkommens pro Berufsjahr als Schonvermögen zur Altersvorsorge angesetzt werden. Bei Selbständigen sind es 25 Prozent des aktuellen Bruttoeinkommens. Dieses Vermögen darf jährlich pauschal mit vier Prozent verzinst werden. Ein Notgroschen von 10.000 € wird dazugerechnet.

Wie du das angesparte Vermögen später einmal verwendest, bleibt dir natürlich selbst überlassen.

Was ist der Vorteil des Schonvermögens als Zielgröße?

Diese Zielgröße – oder ein Vielfaches davon – hat zwei entscheidende Vorteile:

  • Sie steht immer zu deinem aktuellen Einkommen und deiner bisherigen Lebensarbeitszeit im Verhältnis. Mit dieser Zielgröße arbeitet jeder, ob Berufsanfänger oder Vorruheständler, Geringverdiener oder Spitzenverdiener, relativ gesehen auf ein gleichermaßen anspruchsvolles Ziel hin.
  • Diese Zielgröße wächst mit deinem Einkommen und deinen Berufsjahren mit. Das Ziel schraubt sich quasi von selbst immer höher. Sie ist eine persönliche Finanzformel, welche die Effektivität des Vermögensaufbaus in Abhängigkeit von deinen Berufsjahren und deinem Einkommen bestimmt. Jemand anders mag mehr Geld, aber dennoch eine geringere Zielerreichung beim Schonvermögen haben. Damit hast du im Vergleich zu dieser Person relativ mehr gespart, betreibst also deinen Vermögensaufbau effektiver.

Die in dieser Formel berücksichtigte Verzinsung hat den riesengroßen Vorteil, dass du in schlechten Börsenjahren deine Sparanstrengungen deutlich erhöhen musst, weil dein Portfolio nicht um die angesetzten vier Prozent wächst – und damit viel zu günstigen Kursen einkaufst.

Die Zielvereinbarung mit dir selbst könnte also lauten, dass du ein bestimmtes Vielfaches dieser Größe zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht haben willst oder ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr unterschreiten willst.

Wie berechne ich das Schonvermögen? Gibt es das auch in Excel?

Selbstverständlich.

Die Sollgröße deines persönlichen Schonvermögens kannst du tagesaktuell berechnen und mit deinem aktuellen Vermögen vergleichen.

Nehmen wir als Beispiel für diese mitwachsende Zielgröße ein Bruttoeinkommen von 42.000 € und Berufseintritt am 1. März 2006.

Dieses Beispiel berechnen Angestellte mit folgender Formel in Excel.

=ZW(0,04;BRTEILJAHRE(„01.03.2006“;HEUTE();1);-42000*5%;0;0)+10000)

…und Selbständige wie folgt:

=ZW(0,04;BRTEILJAHRE(„01.03.2006“;HEUTE();1);-42000*25%;0;0)+10000)

Du brauchst nur deine persönliches Bruttoeinkommen und das Datum deines Berufseintritts einzufügen und bekommst deine individuelle Zielgröße.

Fazit

Das aus der Rechtsprechung entwickelte Schonvermögen zur Altersvorsorge stellt eine sinnvolle Zielgröße für dein Finanzvermögen dar, die von deinen bisher geleisteten Berufsjahren und deinem Einkommen abhängig ist und somit für jeden Anleger gleichermaßen ambitioniert ist.

Dass es noch ambitionierter geht, zeige ich dir im nächsten Teil dieser Beitragsreihe zur Accumulation of Wealth-Formel.

Schreibe einen Kommentar

20 − dreizehn =