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Wie lege ich Vermögensziele sinnvoll fest?


Wie lege ich Vermögensziele sinnvoll fest?

Schulden abbauen – Vermögen aufbauen. Ausgaben verringern – Einnahmen steigern. Nur so verbesserst du deine finanzielle Lage und wirst im besten Fall finanziell unabhängig.

Damit du dabei nicht völlig planlos vorgehst, stelle ich dir in diesem Beitrag sinnvolle Vermögensziele vor.

Wieso du überhaupt ein Vermögensziel festlegen solltest?

„Wer nicht weiß, welchen Hafen er ansteuern soll, für den ist kein Wind der richtige.“

(Soll Seneca gesagt haben.)

Das heißt, wenn du gar nicht weißt, in welche Richtung du steuern musst, nicht weißt, wo dein Ziel liegt, kannst du auch nicht wissen, ob du die richtigen Schritte setzt. Du machst zwar irgendetwas, das aber planlos und ziellos.

Vermögen kannst du nur dann zielgerichtet aufbauen, wenn du eine Vorstellung davon hast, was finanzielle Freiheit für dich konkret bedeutet und wann du diese erreicht haben möchtest.

Schauen wir uns also an, welche Vermögensziele geeignet sind und welche weniger.

Ich will reich werden!

Menschen, die sich ernsthaft mit ihren eigenen Finanzen beschäftigen, sagen:

  • „Mein Ziel ist es, reich zu werden! Dafür tue ich alles.“
  • „Mein Geld soll im Alter reichen.“

Sind das sinnvolle Ziel? Nein, es sind lediglich Absichten. Wieso? Ziele müssen messbar und konkret sein. Auf das Beispiel bezogen heißt das:

  • Was bedeutet reich?
  • Welches Geld? – Die laufenden Einkünfte, das Vermögen, eine zusätzliche Erbschaft?
  • Wofür soll es reichen?
  • Ab welcher Höhe reicht es?
  • Ab welchem Alter?

Solche Absichten könntest du als messbares und konkretes Ziel etwa so ausdrücken:

  • Mit 50 habe ich ein Nettovermögen von einer Million Euro.
  • In meinem Ruhestand ab 60 fahre ich monatliche Kapitaleinkünfte von mindestens 1.000 € nach Steuern ein.
  • In fünf Jahren ist meine Eigentumswohnung abgezahlt.
  • Innerhalb der nächsten zwei Jahre reduziere ich meine Konsumausgaben um die Hälfte.
  • Mit 60 Jahren werde ich ein Prodigious Accumulator of Wealth sein. (Zu diesem Begriff später.)
  • Ende 2025 werde ich komplett schuldenfrei sein.

Dein übergeordnetes Vermögensziel ist eigentlich nichts anderes als deine konkrete und messbare persönliche Definition von FiRE.

Der Nutzen konkreter Sparziele

Nur wenn du deine Ziele messbar und konkret benennst, wirst du kontrollieren können, ob du auf dem richtigen Weg bist, dein Ziel zu erreichen. „Ich will reich werden!“ lässt sich nicht kontrollieren und messen. Also kannst du nicht gegensteuern, wenn du vom Weg abkommst, der dich zu diesem „Ziel“ führt. Du solltest dir deswegen überlegen:

  • einen konkreten Zeitraum oder Zeitpunkt (in soundso vielen Jahren, im Alter von, …),
  • einen konkreter Geldbetrag in Euro (als Einnahme, Kreditrate, Kontostand, Depotwert, …)

Formuliere dein Ziel klar, ohne Wischiwaschi: Anstelle von „ich beabsichtige…“ oder „ich möchte … vielleicht…“ sagst du dir lieber „Ich werde … erreichen.“

Kann ein Vermögensziel zu anspruchsvoll sein?

Oft heißt es, Ziele müssen realistisch sein. Ich meine, sie müssen ambitioniert sein. Denn ist es heute nicht egal, ob du dein Ziel später punktgenau erreichst? Das Ziel setzt die Richtung und bestimmt die Strategie. Selbst wenn dein Ziel zu anspruchsvoll ist, um realistisch zu sein, wirst du dich mehr anstrengen, dieses Ziel zu erreichen. Und dabei tun sich oft ungeahnte Wege auf, die das Ziel mit einem Mal realistisch erscheinen lassen.

Je ambitionierter die Zielsetzung, desto größer ist deine Sparanstrengung und Disziplin, auf dieses Ziel hinzuarbeiten.

Also klotzen, nicht kleckern! Für „In 10 Jahren habe ich meinen Konsum um 100 Euro pro Jahr zurückgefahren.“ wirst du wohl kaum etwas ändern. – „In zwei Jahren habe ich meine Konsumausgaben um die Hälfte gesenkt.“ verlangt dir ganz andere Anstrengungen ab, lässt dich erfinderisch und kreativ werden. Selbst wenn du deinen Konsum nach zwei Jahren nur um 20% herunterschrauben konntest – du hast mit diesem Ziel so viel mehr erreicht als 100 Euro pro Jahr zu sparen.

Vermögenszielgrößen (Benchmarks)

Weil „Reichtum“ ein relativer Begriff ist, werde ich dir folgende Maßstäbe vorstellen, welche nicht statisch, nicht in Stein gemeißelt sind, sondern in einem realistischen Verhältnis mit deinem Lebensalter, deinen Berufsjahren oder deinem Einkommen mitwachsen.

  • Schonvermögen zur Altersvorsorge
  • Accumulation of Wealth (nach Thomas Stanley und William Danko)
  • Fidelity-Formel
  • F.T.I. (nach Doug Massey)

Ich werde dir diese Maßstäbe für dein Zielvermögen in einzelnen Beiträgen hier auf diesem Blog vorstellen.

Dazu werde ich dir die Formeln mitgeben, mit denen du diese Zielgrößen tagesaktuell in Excel berechnen und mit einer schönen Ampel zur Zielerreichung unterlegen kannst.

Hefte raus, Ziele festhalten!

Nun hast du schon einiges über ambitionierte, messbare und konkrete Vermögensziele erfahren. Schlaf eine Nacht darüber und lege dann dein persönliches übergeordnetes, strategisches Sparziel fest. Schreib es auf.

Strategien zur Zielerreichung

Erst wenn du dein Vermögensziel festgelegt hast, kannst du überprüfen, ob du auf dem richtigen Weg bist, ob sich dein Vermögen so entwickelt, dass du dein Ziel erreichen kannst.

Erst wenn du dein Vermögensziel festgelegt hast, kannst du eine zielgerichtete, langfristige Strategie zur Zielerreichung beschreiben. Du beschreibst Rahmenbedingungen und Annahmen dieser Strategie. Aus der Strategie leitest du regelmäßig, beispielweise jährlich taktische, kurz- und mittelfristige Ziele ab, um bei Bedarf nachjustieren zu können.

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